Oscar, 7 Jahre, wirft sein Matheheft mit großer Wucht vor die Füße seiner Mutter. „Ich habe keine Lust auf Mathe!“, schreit Oscar. Auf der einen Seite möchte man sein Kind zu einem willensstarken Menschen erziehen und auf der anderen Seite muss das Kind in der Lage sein, sich den Gegebenheiten anzupassen. Ein schwieriges Konstrukt der Erziehung gerade in Zeiten des Homeschoolings. Nur wenn sich das Kind selbstbestimmt erlebt, wird es motiviert sein, freiwillig zu arbeiten und zu lernen. Um die Motivation des Kindes optimal fördern zu können, lohnt es sich, einen Blick auf die Selbstbestimmungstheorie zu werfen. Dort werden drei psychologische Grundbedürfnisse genannt. Wenn diese gestillt werden, wirkt sich dies in der Regel motivationsfördernd aus.

Autonomie/Freiheit: Jeder will das Gefühl haben freiwillig zu handeln.
Bezug zur Motivation: Das Kind will beim Lernen eine größtmögliche Mitsprache über Inhalt und Umfang haben.
Tipps für Eltern: Das Kind sollte immer stärker die Verantwortung des eigenen Lernens übernehmen, weshalb die Kontrolle von außen abnehmen sollte.

Kompetenz/Fähigkeit: Jeder will sich als fähig erleben.
Bezug zur Motivation: Regelmäßiges Lob und positive Rückmeldungen helfen, die eigenen Fähigkeiten wahrzunehmen.
Tipps für Eltern: Um das das Kompetenzgefühl des Kindes zu stärken, sollten Aufgaben mit zunehmender Selbstständigkeit erledigt werden. Dazu bedarf es Hilfestellungen zur Klärung der Aufgabenstellung und bei auftretenden Schwierigkeiten, jedoch sollte die Aufgabe vom Kind selbst ausgeführt werden.

Soziale Eingebundenheit: Jeder will sich zugehörig und angenommen fühlen.
Bezug zur Motivation: Eltern und Lehrer sollten dem Kind wertschätzend begegnen, damit es sich anerkannt und sicher fühlt. Dies kann am besten durch gleiche Bezugspersonen gelingen.
Tipps für Eltern: Das Kind muss sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen. Dies gelingt durch eine gute Beziehung mit viel Lob und positiver Rückmeldung.
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